Winterblues: 5 Tipps gegen das Tief

Die Tage sind kurz, das Wetter ist oft schmuddelig. Irgendwie kommt man nicht richtig in die Gänge. Was hilft?

Von: Tina Gallach

Im Frühling werden die Bäume grün, im Sommer ist es heiß, im Herbst verfärben sich die Blätter und im Winter schneit es. Das sind grob gesagt unsere vier Jahreszeiten. Es gibt sie, weil sich die Erde in einem Jahr einmal um die Sonne dreht und je nach ihrer Position an verschiedenen Stellen unterschiedlich stark beschienen wird. Im Sommer treffen die Sonnenstrahlen dadurch in einem sehr steilen Winkel auf die Erde, was dazu führt, dass die Tage länger und wärmer sind und wir mehr Licht bekommen als im Winter. In der kalten Jahreszeit ist der Winkel flach und die Tage sind kurz. Außerdem ist es kälter als im Sommer, so dass wir weniger nach draußen gehen. Die Folge: Lichtmangel. Dieser Lichtmangel äußert sich nach Schätzungen der VIACTIV Krankenkasse bei rund jedem Fünften in Deutschland als der sogenannte Winterblues: „Die Laune schwankt oder wird schlecht, extreme Müdigkeit hält Einzug, alles fühlt sich schwer und träge an“, erklärt Corinna Frohn, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Schlafmedizin an der LWL-Klinik in Bochum. Die Arbeit, der Haushalt, Sport und Hobbys sind plötzlich eher anstrengende Pflichten denn lästige Notwendigkeiten oder gar Lieblingstätigkeiten. Außerdem steigt oft der Heißhunger – vor allen Dingen auf Süßes.

„Der Grund ist unter anderem, dass bei Dunkelheit die Produktion der Gute-Laune-Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin gedrosselt und dafür eine höhere Dosis des Schlafhormons Melatonin ausgeschüttet wird“, sagt Corinna Frohn. Bei einer hohen Konzentration von Melatonin kommt es zu Müdigkeit, Schlappheit und schlechter Laune. „Wichtig für alle Betroffenen ist allerdings, dass dieser Zustand nichts mit einer richtigen Depression zu tun hat. Sie ist keine ernste psychische Erkrankung, die therapeutisch behandelt werden muss“, sagt Frohn. „Der Winterblues ist ein Stimmungstief, das an einem schönen sonnigen Tag schon wie von selbst verschwinden kann.“ Wer allerdings selbst dann sehr starke Symptome bei sich feststellt, die sich zum Beispiel unter anderem in ununterbrochen düsteren Gedanken, Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit äußern, sollte mit seinem Hausarzt darüber sprechen. Für akute Notfälle gibt es auch ein Info-Telefon zum Thema Depression unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/3344533.

Wer aber nur unter durch Lichtmangel entstandenen Stimmungsschwankungen leidet, kann etwas dagegen tun und den Winterblues vertreiben. „Man braucht viel Licht, sollte viel nach draußen gehen, Sport treiben. Bewegung setzt unter anderem auch Serotonin frei. Bei richtigem Schmuddelwetter kann man aber auch mal bewusst im Haus bleiben und die positiven Aspekte daran sehen: Die Gemütlichkeit, auf dem Sofa zu sitzen zum Beispiel“, rät Frohn.


5 Tipps gegen den Winterblues:

  1. So hilft Licht: Tageslicht hat einen hohen Blauanteil. Dieses blaue Licht macht munter – selbst bei wolkenverhangenem Himmel. Zuständig für diesen Effekt sind die sogenannten retinalen Ganglienzellen, spezielle Nervenzellen im Auge. Trifft das blaue Licht ab einem Frequenzbereich von etwa 480 Nanometern auf sie, wird die Produktion von Melatonin gehemmt. Ideal ist, etwa eine halbe Stunde im Freien zu verbringen, um sich fit zu machen. Auch bei schlechtem Wetter ist die Lichtstärke draußen immer noch deutlich höher als in geschlossenen Räumen am Fenster.
  2. So hilft Bewegung: Jeder kennt es: Ist man faul und lümmelt nur auf dem Sofa herum, wird man noch fauler. Das einzige, was dagegen hilft – auch wenn es im ersten Moment schwerfällt – ist Bewegung. Also heißt es: runter von der Couch und ab nach draußen. Walken, Joggen, Spazierengehen oder ein Training im Fitnessstudio sind jetzt genau richtig. Außerdem wird durch Sport die Produktion des Gute-Laune-Hormons Serotonin angekurbelt: Körperliche Aktivität erhöht die Verfügbarkeit der Aminosäure Tryptophan im Körper, die dann im Gehirn zu Serotonin umgewandelt wird.
  3. So helfen Aktionen: Nicht verkriechen, sondern soziale Kontakte pflegen und sich mit Unternehmungen ablenken – das vertreibt trübe Gedanken. Egal, ob man zusammen ins Kino geht, ins Museum oder ins Café, ob man ein gutes Buch liest, eine Ausstellung besucht oder ein Konzert: Alles, was den Geist füttert und vom Grübeln ablenkt, hilft. So bleibt gar keine Zeit mehr, sich dem Winterblues hinzugeben.
  4. So hilft kaltes Wasser: Ein kalter Kneipp-Guss morgens nach dem Duschen macht schnell frisch. Außerdem mobilisiert diese Anwendung die Abwehrkräfte. Einfach die Brause vom Schlauch abschrauben und dann den Körper mit Wasser begießen. Dabei immer an der dem Herz fernsten Stelle beginnen, bei einem Ganzkörperguss also am rechten Fußrücken. So kann sich der Kältereiz langsam ausbreiten. Außerdem sollte man vor Beginn des Gusses einatmen und dann mit dem Guss ausatmen. So spart man sich das schreckhafte Luftschnappen. Wer nicht seinen ganzen Körper behandeln möchte oder kann, der kann sich auf Beingüsse beschränken.
  5. So hilft die richtige Ernährung: Vollkornprodukte, Kartoffeln, Nüsse und Bananen sind reich an wichtigen B-Vitaminen, vor allen Dingen Vitamin B1 und damit gut für unseren Denkapparat. Genau gesagt kurbelt der im Volksmund auch Stimmungsvitamin genannte Stoff die Konzentration an und hilft gegen Reizbarkeit. Aber auch das in fettem Fisch vorkommende Vitamin D verbessert die Stimmung.


Mehr Tipps und Infos gibt es bei der VIACTIV Krankenkasse unter www.viactiv.de (Webcode 1650 und Webcode 1500)

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