Darum machen Pflanzen glücklich

Ob Wohn-, Schlaf- oder Badezimmer – überall stehen Pflanzen. Aus einem einfachen Grund. Sie können zufrieden machen.

Von: Magnus Horn

Einer britischen Studie aus dem Jahr 2013 zufolge sind Menschen, die in einer grünen Gegend leben, glücklicher als die, die keinen Zugang zur Natur haben. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, nachdem sie 10.000 Menschen über 18 Jahre begleitet haben.

Kein Wunder, dass Pflanzen also auch die eigenen vier Wände verschönern. „Dadurch holt man sich in einem gewissen Maße die Natur ins Haus“, sagt Floristen Tina Steger aus Groß-Gerau in Hessen. Zudem wirke die Farbe grün beruhigend und ausgleichend – und auch wenn man seine eigenen Pflanzen wachsen sieht, steigt der Zufriedenheitsfaktor. „Es ist toll, wenn man etwas Lebendes vor sich hat, das gedeiht und sich wohlfühlt“, sagt Steger. Ein schönes Ergebnis seien Ableger, die eine Pflanze bildet. Eine Art Nachwuchs, den man geschaffen hat: „Das ist ein Zeichen für gute Pflege und dass sich die Arbeit, die man hineingesteckt hat, auch gelohnt hat.“

Darf jede Pflanze überall stehen?

Die Auswahl der Pflanzen richtet sich unter anderem nach den Raumbedingungen: So gedeiht etwa im Bad mit hoher Luftfeuchtigkeit gut, was ursprünglich aus dem Urwald kommt. „Ein Alpenveilchen hingegen mag es relativ kühl. Da wäre ein Platz über der Heizung nicht geeignet“, sagt Expertin Steger. Im Schlafzimmer müsse jeder selbst entscheiden, ob er Duftpflanzen wie etwa Lavendel mag oder eher unangenehm findet. In der Aromatherapie wird Lavendel zum Beispiel bewusst eingesetzt, da er gegen Stress, Migräne und eben Schlafbeschwerden helfen soll.

So sorgen Pflanzen für saubere Luft

Was neben der emotionalen und dekorativen Wirkung von Pflanzen steht, ist der positive Effekt für die Raumluft – Stichwort Fotosynthese: Über das Chlorophyll genannte Blattgrün in ihren Blättern wandeln Grünpflanzen mithilfe von Sonnenlicht Kohlendioxid, das etwa durch unsere Atemluft entsteht, unter anderem in Sauerstoff um. Zusätzlich sind viele Grünpflanzen aber auch in der Lage, Schadstoffpartikel aus der Luft zu binden. Diese können beispielsweise aus Möbeln, Teppichen oder Baumaterialien in die Atmosphäre gelangen. Und auch die Konzentration von Giftstoffen wie Benzol, Formaldehyd und Trichlorethylen können Pflanzen in gewissem Maße verringern. Das fand die NASA bereits Ende der 80er Jahre in einer Studie heraus. Um einen Luftreinigungseffekt zu erzielen, sei allerdings „eine gewisse Blattmasse, sprich großblättrige Pflanzen“ erforderlich, sagt Steger.

Angenehme Luftfeuchtigkeit

Darüber hinaus sorgen Pflanzen aber auch für eine angenehme Befeuchtung der Luft. Sie nehmen das Gießwasser aus der Erde auf. Über die Falten an der Unterseite der Blätter wird dieses Wasser dann an die Umgebung abgegeben – und zwar gereinigt. „Allein durch diesen Kreislauf wird die Luft angefeuchtet und aufgefrischt“, erklärt Steger. Dadurch können auch trockene Schleimhäute verhindert und somit Erkältungen vorgebeugt werden.

Produktiv durch Pflanzen-Anwesenheit

Auch im Arbeitszimmer sind Pflanzen hilfreich. Laut britischen und niederländischen Forschern führen sie nicht nur zu größerer Zufriedenheit, sondern auch zu einer höheren Produktivität. Das zeigt eine Studie aus dem Jahr 2014. Untersucht wurden Mitarbeiter zweier großer Bürogebäude in den Niederlanden und Großbritannien. Ein Studiengruppe saß in leeren, funktional eingerichteten Räumen. Die anderen konnten von ihrem Arbeitsplatz mindestens zwei Pflanzen sehen. Sowohl das subjektive Wohlbefinden als auch die Konzentration war bei Mitarbeitern der grünen Büroräume höher. Diese Personen schnitten auch bei der Bearbeitung der ihnen gegebenen Aufgaben besser ab. Insgesamt stieg die Produktivität um bis zu 15 Prozent.

Diese pflegeleichten Pflanzen gibt es

Wer Zweifel daran hat, richtig für seine Pflanzen sorgen zu können, der kann beruhigt sein: Es gibt viele Sorten, die nur wenig Wasser brauchen. So müsste einen nicht das schlechte Gewissen plagen, sollte man das Gießen mal vergessen. „Schon etwas länger im Trend sind die Echeverien, eine saftreiche Gattung“, sagt Steger. Die rosettenartigen Pflanzen zeichnen sich durch ihre dicken Blätter aus. Darin kann die Pflanze viel Wasser speichern, sodass eine längere Phase ohne Gießen kein Problem ist. Auch Orchideen brauchen laut Steger wenig Wasser. Sie bedienen sich teils am verdunsteten Wasser in der Luft. „Bei wenig Zeit eignen sich auch Hydrokulturen immer gut“, ergänzt Steger. Hierbei werden die Pflanzen quasi in Wasser aufgezogen. Sie werden mit ihren Wurzeln in ein Behältnis mit Blähton – Kugeln einer bestimmten Tonart – gestellt. In einen Übertopf wird dann Wasser gefüllt, das sich die Tonkugeln ziehen und sehr lange speichern.


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