Darum ist Schwimmen gesund

In Seen, Teichen oder Flüssen zu schwimmen, ist eine Wohltat für Körper und Seele.

Von: Monika Dütmeyer

Einen Fuß vor den anderen setzen, mit den Zehen probeplantschen und die Wassertemperatur ertasten – so fängt es oft an beim „Wild Swimming“. Mit jedem weiteren Schritt die aufsteigende Kühle an den Waden spüren und einmal tief Luft holen, wenn der Moment für die Mutigen gekommen ist. Wenn das Wasser im Bauchnabel kitzelt, gilt es, die Arme vorzustrecken, ganz einzutauchen und das schaurig-schöne Kribbeln der Kälte in jeder Pore zu spüren. Es erfüllt uns mit Stolz, weil wir uns getraut haben. Und es ist Ausdruck von mehreren gesundheitsfördernden Effekten für Körper und Seele.
Schon gefühlt ist es einfach entspannend, das weiche Wasser zu spüren, dem Rauschen und Plätschern zu lauschen. Dabei zuzusehen, wie sich die Spiegelungen von Bäumen oder Wolken mit jedem Schwimmzug in sanfte Wellen verlieren. Und sich inmitten der Natur ganz aufgehoben zu fühlen in einem Element, das die Last des Lebens nimmt und uns beinahe wie auf Händen trägt. Schwimmen hat Experten zufolge eine Herz-Kreislauf ertüchtigende Wirkung, so viel ist bekannt. Auch bei der Schonung der Gelenke, der Entlastung des Rückens sowie bei hautstraffenden Effekten ist sie die Fachwelt einig. Aber was genau ist an dem „wilden“ Schwimmen nun das besondere?

Wirkt positiv auf die Psyche

Es muss eine ganze Menge sein, denn zum Thema „Wild Swimming“ oder „Open Water Swimming“ sind eine ganze Reihe von Büchern, Reiseführern und Magazinbeiträgen erschienen. Demnach ist das Schwimmen in natürlichen Gewässern nicht nur gefühlt, sondern auch offiziell eine Wunderwaffe zum Stressabbau: Einer Studie des British Medical Journal zufolge wirke sich die Aktivität positiv auf die psychische Gesundheit aus. Das bestätigen auch Schwimmerinnen, die regelmäßig in London in den „Hampstead Heath Ladies‘ Pond“ eintauchen. Sie bezeichneten den Teich in einem Interview als einen „freundlichen Ort“, der ihnen geholfen habe, Krisen wie den Tod der Eltern oder die Wechseljahre zu bewältigen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei wohl das kühle Wasser auf der Haut.

Weniger Stress-, mehr Glückshormone

Mehrere Studien belegen, dass durch das Eintauchen ins kalte Wasser weniger Stresshormone und mehr Glückshormone ausgeschüttet werden. Um von diesen Effekten zu profitieren, reichten schon kurze Schwimmzeiten von unter einer Viertelstunde aus. Ernsthaft verkühlen sollte man sich beim Wild Swimming nämlich nicht – und die Gefahren sehr ernstnehmen. Es klingt selbstverständlich, aber man sollte nur in Gewässern schwimmen, in denen das auch erlaubt ist. Außerdem sollte man jemanden darüber informieren, wo und wann man schwimmt. Oder noch besser, sich mit anderen „Wildswimmern“ verabreden, damit im Falle des Falles jemand einen Notruf tätigen könnte. Denn die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft stuft das Schwimmen in Seen, Flüssen und Kanälen immer noch „am Gefährlichsten“ ein. Außerdem sollte man auf Strömungen und den Wasserstand achten, sich gut abtrocknen, an warme Kleidung denken und den Körpern nach unerwünschten „Mitschwimmern“ wie Zecken oder Blutegel absuchen.

Sehr gute Wasserqualität

Wo man überall wild schwimmen darf, kann man zum Beispiel in einschlägigen Reiseführern nachlesen. Dass das an vielen Stellen möglich ist, dafür ist die sehr gute Qualität vieler Gewässer ausschlaggebend: Nach Angaben des Umweltbundesamt erfüllen 98 Prozent der Badegewässer in Deutschland die Qualitätsanforderungen der EG-Badegewässerrichtlinie. Auf der Homepage kann man sogar auf „seine“ Region klicken und schauen, wie es vor der eigenen Haustür um die Wasserqualität bestellt ist. Ein weiterer Vorteil an natürlichen Gewässern ist, dass in ihnen kein Chlor enthalten ist, das die Haut reizen könnte und für den charakteristischen „Schwimmbadmuff“ verantwortlich ist. Das Zusammenspiel aus Kies, Sand und Pflanzen wirkt wie eine natürliche Filteranlagen in den natürlichen Gewässern. Wer die Regeln beachtet, kann eine wohltuende, neue Sportart für sich entdecken. Auf natürliche Art den Stress wegspülen, die Gedanken sortieren und die Schwerelosigkeit unter freiem Himmel genießen.


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