Sauna: Wellness mit Wärme

Schwitzen für die Gesundheit ist nach wie vor Trend. Warum ist ein Gang in die Sauna so gesund?

Von: Tina Gallach

Wenn es draußen ungemütlich, kalt und feucht ist, lockt die Sauna mit wohliger Wärme und duftenden Aufgüssen. Ein Besuch in diesem übrigens in Asien und nicht von den Finnen erfundenen Schwitzkasten ist aber nicht nur gemütlich, sondern auch gesund: In einer klassischen Sauna – die wiederum finnische Sauna heißt – herrschen meist Temperaturen zwischen 75 und 110 Grad Celsius. Dadurch heizt sich der Körper auf und man beginnt zu schwitzen, wodurch Giftstoffe, die sich im Körper angelagert haben, abtransportiert werden.

Der Körper wird richtig gefordert

Gleichzeitig weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt. Damit aber trotzdem alle Organe ausreichend mit Blut versorgt werden, beginnt das Herz schneller zu schlagen. Ein Saunabesuch schafft also gleichzeitig zur Entspannung auch so etwas wie eine Hochleistungssport-Situation für den Körper, was bei regelmäßigen Saunabesuchen das Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen und trainieren kann. Darum ist aber auch wichtig, dass Saunabesucher gesund sind. Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen sollten vorher ihren Arzt fragen. Zumal der richtig gesunde Saunaeffekt erst nach dem der Wärme folgenden Kälteschock eintritt. Nur dann ziehen sich die vorher geweiteten Gefäße schnell zusammen und der Blutdruck steigt wieder in den normalen Bereich. Der Körper wird also richtig gefordert. Am schonendsten für den Kreislauf ist es, die kalten Güsse vom rechten Fußgelenk über die Beine und Arme in Richtung Herz zu führen. Wer schon abgehärtet ist, kann aber auch ins Kältebecken steigen. Vor dem Kälteschock sollte man allerdings an die frische Luft gehen und ordentlich Sauerstoff tanken, wodurch gleichzeitig die Atemorgane gekühlt werden.

Sitzend anfangen und hocharbeiten

Grundsätzlich können auch Anfänger direkt in die klassische finnische Sauna gehen. Auf der oberen Bank ist es am heißesten, unten am erträglichsten. Zum Einstieg empfiehlt sich ein Sitzplatz auf der unteren oder mittleren Bank und eine Schwitzzeit von acht bis zehn Minuten. Anfänger saunieren am besten zunächst im Sitzen. Wer sich lieber hinlegt, sollte sich aber für die letzten zwei Minuten aufrichten, um den Kreislauf wieder leicht anzukurbeln. Ein Dampfbad, das wegen der niedrigeren Temperaturen von 40 bis 45 Grad oft als milder empfunden wird, belastet den Körper aber zusätzlich durch hohe Luftfeuchtigkeit. Hier muss man einfach testen, wo man sich wohler fühlt.

Falscher Ehrgeiz kann gefährlich werden

Doch egal, für welche Saunavariante man sich letztendlich entscheidet: Als gesund gelten drei Durchgänge á 8 bis 12 Minuten. Wann es genug ist, sagt einem aber manchmal auch schon eher der eigene Körper: Treten Hitzeschmerzen, Herzklopfen oder Schwindelgefühle auf, sind das sehr deutliche Anzeichen dafür rauszugehen. Falscher Ehrgeiz hat in der Sauna nichts zu suchen. Ein leichtes Kribbeln in den Fingern ist aber kein Grund zur Sorge, sondern ein Zeichen für verstärkte Durchblutung. Auch die Haut dankt regelmäßige Saunabesuche: Sie wird durch den Wechsel zwischen heiß und kalt kräftig durchblutet und so mit reichlich Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das Ergebnis ist rosige straffe Haut am ganzen Körper.

Auf den Aufguss kommt es an

Ein Highlight sind für echte Saunafans natürlich die Aufgüsse. Dabei werden die heißen Steine des Ofens portionsweise mit kaltem oder heißem Wasser begossen – oft ist dem noch ein duftendes Öl zugesetzt. Dabei verdampft das Wasser und erhöht kurzzeitig die Luftfeuchtigkeit, was den Körper noch mehr aufheizt, weil es das Verdunsten des Schweißes auf der Haut erschwert. Die ätherischen Öle wirken dazu über den Geruchssinn auf das Nervensystem und können je nach Öl anregen oder entspannen. Nachdem das Wasser aufgegossen ist, verwirbelt der Saunameister mit einem Handtuch den Wasserdampf. So wird die Wirkung erhöht.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nach jedem Saunagang braucht der Körper dann erstmal Ruhe. Auf der Liege fährt das Nervensystem in den Schongang. Dabei sollte man aber immer darauf achten, dass der Körper nicht auskühlt. Darum empfiehlt es sich, sich in einen Bademantel oder ein extragroßes Handtuch zu kuscheln. Auch ein warmes Fußbad kann beim Entspannen wohltuend sein – und auf den nächsten Saunagang vorbereiten. Auf Sport im Anschluss sollte man allerdings verzichten. Der Körper braucht Ruhe.

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