Mit 36 Fragen zur großen Liebe

Singles aufgepasst - ein Psychologe hat die Formel für die Liebe gefunden. Sein Geheimnis: reden und zuhören!

Von: Tina Gallach

Die Liebe – eine seltsame Sache. Und eine schöne. Vielleicht sogar die schönste Sache der Welt: Der Bauch kribbelt, die Gedanken purzeln ziellos im Kopf herum. Wobei, ziellos ist nicht ganz richtig. Denn sie haben ja ein Ziel: das Objekt der Begierde. Sie kreisen um ihn oder sie, lassen kaum mehr Raum für Anderes. Den Job zum Beispiel. Oder die Hausaufgaben. Klavierüben – so ein Quatsch. Viel wichtiger ist, sich das letzte innige Gespräch mit Mr. Oder Mrs. Right noch einmal gründlich durch den Kopf gehen zu lassen und auf Symbole und Symptome abzuklopfen.

Liebe ist ein Hormoncocktail

Aber nur, bis man ihn oder sie dann wiedersieht. Dann ist sowieso alles rosarot und man schwebt durch das Leben wie auf einer Wolke. Es ist einfach nur schön. Zumindest von der gefühlsduseligen Seite aus betrachtet. Rein wissenschaftlich ist alles natürlich ganz anders. Da ist die Liebe einfach nur ein verrückter Mix aus Hormonen und elektrischen Impulsen. Ein Mix allerdings, der uns fast übermenschliche Kräfte verleiht. Wenig Schlaf, wenig essen – kein Problem, das Kraftbarometer steht trotzdem bei 200 Prozent. Alles scheint zu gelingen. Dennoch rücken manche Forscher, wie zum Beispiel die Psychologin Donatella Marazziti von der Universität Pisa, die Gefühle großer Verliebtheit sogar in die Ecke der Zwangserkrankungen. Die chemische Zusammensetzung im Hirn hochgradig Verliebter sei ähnlich wie die von Menschen, die zum Beispiel ständig kontrollieren, ob der Herd aus ist, sagt Marazziti.

Warum es im Bauch kribbelt

Schiebt man einen verliebten Menschen in einen Kernspintomografen und zeigt ihm Bilder seines oder seiner Angebeteten, kann man beobachten, dass bestimmte Gehirnregionen aufleuchten, weil dort elektrische Impulse fließen. Diese Impulse sind das, was wir im Fall akuter Verknalltheit als das berühmte Kribbeln im Bauch, als teenagerfeuchte Hände, als Schlaf- oder Appetitlosigkeit zu spüren bekommen. Gefühle, die sich mancher herbeisehnt wie sonst nur was. Und angeblich kann man dem jetzt mit 36 ausgeklügelten Fragen auf die Sprünge helfen. Genauer gesagt mit 36 Fragen, die sich zwei Liebeswillige gegenseitig stellen und beantworten – und mit einem vierminütigen Blickkontakt am Ende.

Arthur Aron ist der Vater der Liebe

Entwickelt hat diese Fragen der US-Psychologe Arthur Aron, der sich hauptberuflich der Erforschung zwischenmenschlicher Beziehungen gewidmet hat; wobei die ganze Sache aber eigentlich ein Zufall war. Denn ursprünglich wollten er und sein Forscherteam nur herausfinden, wie zwei völlig fremde Menschen aufeinander reagieren, wenn sie sich persönliche Fragen stellen. Heraus kam dann aber überraschend das Rezept für die große Liebe.

Intensive Gefühle durch intensive Fragen

Die Fragen sind in drei Kategorien aufgeteilt: Zuerst geht es darum sich selbst zu offenbaren. Dann darum, den anderen einzuschätzen, und am Ende um Gemeinsamkeiten des potentiellen Pärchens. Dabei sind die Fragen so aufgebaut, dass sie immer intensiver werden. Manchmal ist alles ganz einfach zu beantworten, zum Beispiel, wenn es heißt: „Was ist es, für das Du in Deinem bisherigen Leben am dankbarsten bist?“ Manchmal ist es aber auch komplizierter: „Stell Dir vor, Du würdest morgen mit irgendeiner neuen Eigenschaft oder Fähigkeit aufwachen. Welche hättest Du gern?“ Und manchmal wird es sehr bewegend: „Stell Dir vor, Du wüsstest mit Sicherheit, dass Du in einem Jahr stirbst. Würdest Du etwas an Deiner Lebensweise ändern? Was und warum?“ Folgt dann der schweigende tiefe Blick in die Augen, soll es funken.

Die 36 Fragen brachten Mandy Len Catron die Liebe

Die Studie ist übrigens schon mehr als 20 Jahre alt und war beinahe in der Versenkung verschwunden. Dann aber entdeckte Mandy Len Catron, eine Autorin aus Vancouver, die ebenso an Zwischenmenschlichem interessiert ist, wie Aron, die Studie wieder - und testete sie einfach an sich selbst. Sie spielte die Fragen samt Blick mit einem früheren Studienkollegen durch. Sie hatte ihn zufällig wiedergetroffen. Die beiden sind inzwischen verheiratet…


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