Kosmetik aus der Küche

Geht schnell, ist gut verträglich – und spart dazu auch noch Geld: Kosmetik selbst herstellen. Mit Zutaten aus der Küche.

Von: Max Mühlenweg

Der Gang in die Drogerie wird für manchen zum Albtraum. Rosenduft, Zedernholz und dieser ganz eigene Geruch der Reformabteilung – alles durcheinander und auf einmal. Wer auf diese Reizüberflutung keine Lust hat oder einfach keine Fertigprodukte mehr verwenden will, wird mit diesen Tipps zum Heimkosmetiker.

  1. Goldgelbe Labello-Alternative
    Was im gereizten Hals Linderung verschafft, kann doch auch für rissige Lippen nicht verkehrt sein, oder? Richtig, Honig kann mehr! Ob Frau oder Mann, gegen trockene und rissige Lippen ist niemand geschützt. Gerade wenn Heizungsluft die dünne Schutzschicht der Lippen überfordert. Auch wer dauerhaft zu wenig trinkt, riskiert spröde Lippen. Dort wird die körpereigene Feuchtigkeitsversorgung nämlich zügig eingestellt, sobald Flüssigkeit woanders dringender gebraucht wird. Nach dem Tee am Morgen einfach etwas Honig auf auf den Finger streichen. Dann vorsichtig in die Lippen einmassieren und ganz wichtig: Natürlich nicht direkt ablecken. Ein wenig einziehen muss der Honig schon.

  2. Peeling mit Kaffeesatz
    Die kleinen Kügelchen im Peeling sorgen dafür, dass sich alte Hautpartikel lösen und die Haut wieder durchatmen kann. Aktuell bestehen diese kleinen Kügelchen allerdings oft noch aus Kunststoff und gelangen so als Mikroplastik in den Abfluss. Im schlimmsten Fall reizen sie die Haut so stark, dass man sich nach dem Peeling unwohler fühlt als vorher. Ob zum Schutz der Umwelt oder weil man es einfach nicht verträgt: Die Lösung kann in beiden Fällen aus der Kaffeemaschine kommen. Einfach 2-3 EL Kaffeesatz nochmal mit etwas Wasser aufkochen. Anschließend kurz abkühlen lassen und gleichmäßig auf die gewünschte Hautpartie auftragen. Das Kaffee-Peeling enthält auch nach dem Kochen noch viele Antioxidantien und Koffein. Das schützt die Hautzellen vor innerer Beschädigung durch freie Radikale und strafft die Haut von außen. Durch den Mahlprozess bleiben winzige Elemente der harten Kaffeebohne erhalten und sorgen so für einen natürlichen Peelingeffekt auf der Haut.

  3. Avocados - Mehr als nur cremig im Geschmack
    Avocados machen nicht nur auf Instagram neben dem Chiasamenmüsli ein gutes Bild. Auch als Gesichtscreme ist die Frucht mittlerweile zum Klassiker geworden. Bevor man allerdings viel Geld für fertige Avocadocreme ausgibt, kann man auch zwei oder drei Euro in die Frucht selbst investieren. Einfach schälen, entkernen und mit einem EL Zitronensaft in einer Schale pürieren. Die Mischung anschließend gleichmäßig dünn im Gesicht verteilen und 20 Minuten einziehen lassen. Durch den hohen Fettanteil der Avocado wird die Gesichtshaut geschmeidig und der Zitronensaft sorgt dafür, dass die Haut anschließend nicht zu sehr glänzt. Zum Schluss alles vorsichtig mit einem feuchtwarmen Tuch entfernen.

  4. Teebeutel für wache Augen
    Grüner und schwarzer Tee enthalten relativ viel Koffein und wichtige Gerbstoffe. Diese Kombination kurbelt den Stoffwechsel der Lymphdrüsen an und macht müde Augen wieder fit für den Tag. Wichtig dabei: Künstliche Aromen in der Teemischung können zu Hautirritationen führen. Daher vorher darauf achten, dass der Tee nur natürliche Inhaltsstoffe enthält. Damit sich der wertvolle Inhalt nicht komplett im Wasser auflöst, den Tee nur kurz mit heißem Wasser übergießen und abkühlen lassen. Die Teebeutel anschließend für 10 Minuten auf die Augenlider legen. Das sieht seltsam aus, vermeidet aber anderen Müll und schont das Portemonnaie.

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