Krank durch den Klimawandel?

Bringt der klimabedingte Temperaturanstieg mehr mit sich als nur Wärme? Krankheiten vielleicht? Und wenn ja, warum?

Von: Tina Gallach

Der Klimawandel – ein Thema, bei dem manch einer schon die Ohren zuklappt, weil er das Wort nicht mehr hören kann. Ganz ignorieren kann es jedoch inzwischen niemand mehr. Spätestens, wenn die Preise für bestimmte Obst- und Gemüsesorten wieder steigen, weil der Sommer zu trocken ist, oder wenn man wach im Bett liegt, weil es nachts kaum abkühlt, spürt jeder, dass sich etwas verändert.

So viel wärmer ist es jetzt in Deutschland

Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes hat sich die Mitteltemperatur der Luft in Deutschland seit 1881 um 1,4 Grad Celsius erhöht. Damit liegt der Anstieg hierzulande sogar über dem weltweiten Durchschnitt. Auch die Zunahme sogenannter Hitzeereignisse lässt sich belegen: Die Anzahl der Tage, an denen die Temperatur über 30 Grad erreicht, ist in Deutschland seit den 1950er-Jahren von etwa drei auf durchschnittlich neun Tage pro Jahr angestiegen. 16 der 17 wärmsten Jahre traten nach dem Jahr 2000 auf, die fünf wärmsten seit 2010. Die mittlere Anzahl der Eistage in Deutschland hingegen ist seit den 1950er Jahren von 28 Tagen auf 19 Tage gesunken. Es passiert also wirklich etwas mit unserem Klima. Und dadurch auch mit uns – und unserer Gesundheit.

So wirkt sich der Klimawandel auf die Gesundheit aus

Das kann sich durch Stürme, Hitze- oder Kältewellen bemerkbar machen, die vor allem für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich werden können. Oder indirekt, zum Beispiel durch neue Krankheiten, die durch das veränderte Klima entstehen. Krankheitserreger, die bisher nur in südlichen Ländern existierten, haben nun auch bei uns leichtes Spiel. Stechmücken oder bestimmte Zeckenarten fühlen sich plötzlich auch im wärmer gewordenen Deutschland wohl und übertragen mit Stichen oder Bissen Krankheiten. Zecken sind das beste Beispiel. Die Spinnentiere können Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen. Wärme begünstigt die Entwicklung und Vermehrung der Zecken. Durch mildere Winter und ein erhöhtes Nahrungsangebot steigt die Überlebensrate von Nagetieren, die als Wirtstiere der Zecken gelten. Inzwischen sind nicht mehr nur Bundesländer wie Baden-Württemberg Risikogebiete. Die Zecken wandern langsam aber sicher nordwärts.

Psychische Probleme wegen des Wetters

Außerdem geht das Bundesumweltamt davon aus, dass Stürme und Orkane, Hochwasser oder Überschwemmungen durch Stark- oder Dauerregen auch psychische Belastungen wie Stress, Angstzustände, Traumata und Depressionen verursachen können. Durch die steigenden Temperaturen wird sich vermutlich auch die Blütezeit pollentragender Pflanzen verlängern. Sie fängt früher an und hört später auf, was dafür sorgt, dass Pollenallergiker in Zukunft länger leiden müssen. Grund genug also, sich vielleicht doch mal etwas intensiver mit dem Klimawandel zu beschäftigen, auch wenn der ein oder andere die Ohren bei diesem Wort immer noch gerne zuklappen würde.


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