Intervallfasten – so funktioniert es!

Intervallfasten wurde durch Dr. Eckardt von Hirschhausen berühmt. Aber wie funktioniert es? Gibt es Kritik?

Von: Zoi Theofilopoulos

Beim Brunchen zu Eiern, Speck und Käse greifen, jeden Freitag Pizza mit Freunden essen, auf keine Lieblingsspeise verzichten und trotzdem stetig abnehmen. Klingt nach Wunschdenken? Funktioniert wirklich! Autor und Arzt Eckart von Hirschhausen hat das in einem Interview mal so erklärt: "Sie müssen keine Kalorien zählen, sondern Stunden. Statt ‚Friss die Hälfte‘ gilt: ‚Friss die Hälfte der Zeit‘“. Er habe durch das Intervallfasten 10 Kilo verloren, sagt von Hirschhausen. Anders als beim Heilfasten mehrere Tage nichts zu essen, wird beim Intervall-Fasten jeden Tag einfach nur eine längere Zeit pausiert.

Wie funktioniert es?

Die Regel lautet: Früh zu Abend essen und spät frühstücken. Gut ist, mindestens 12 Stunden nichts zu essen – besser noch sind 16 Stunden. In dieser Zeit ohne Nahrung beginnt im Körper ein Autophagozytose genannter Zellerneuerungsprozess, eine Art Müllentsorgung in den Zellen. Dieser Prozess soll sogar einen Schutzeffekt gegen Demenz, Schlaganfälle, Herzinfarkte und Krebs auslösen. Zudem gerät der Körper in einen Zustand des Mangels, wenn wir für längere Zeit nichts essen. Er kann seine Energie also nicht mehr aus Kohlenhydraten ziehen, sondern muss an die Fettreserven. So schmelzen die Pfunde fast schon im Schlaf. Dass man ausgerechnet abends, nachts und morgens fastet, hat außerdem noch einen speziellen Grund: Nachts sind die für die Kontrolle unseres Körperzuckers und unseres Fettes zuständigen Hormone weniger aktiv. Daher liegt das Geheimnis darin, schon zu Abend zu essen, bevor sie beginnen sich zu verlangsamen.

Schokolade ist erlaubt – aber in Maßen

Obwohl es nach diesem Prinzip also eigentlich keine Einschränkungen in dem gibt, was man essen darf, heißt das trotz allem nicht, dass Schokolade und Gummibärchen jetzt zu den Hauptnahrungsmitteln gehören sollen. Wie eigentlich immer soll man sich überwiegend gesund ernähren, indem man als Hauptgericht zum Beispiel magere Eiweißquellen und Gemüse wählt, als Snack Obst und Gemüse. Denn eine extrem hohe Kalorienzufuhr wie durch Süßigkeiten führt auf Dauer immer zur Gewichtszunahme. Zucker, Weißmehl und sogenannte raffinierte, also verarbeitete Kohlenhydrate lassen im ersten Moment den Blutzuckerspiegel in die Höhe schießen, was danach zu Heißhunger-Attacken führen kann und die Fettverbrennung bremst.

Fastenzeit ab 20 Uhr

Jeder muss für sich die idealen Essenszeiten finden. Die hängt von Gewohnheiten und dem eigenen Körpergefühl ab. Ein Tipp ist, mit Abständen zu beginnen, die eher an 12 als an 16 Stunden liegen. Wenn man sich dabei wohlfühlt, kann die Fastenzeit verlängert werden. Man kann seine letzte Mahlzeit zum Beispiel auf spätestens 20 Uhr und das Frühstück am nächsten Tag auf 8 Uhr legen. Falls das gut geklappt hat und der Zeitplan es zulässt, kann man versuchen, das Abendbrot in den folgenden Tagen schon auf 18 Uhr vorzuverlegen, um dem 16-Stunden-Takt näherzukommen.

Wer nicht fasten sollte

Schwangere, stillende Mütter, Menschen mit einer Essstörung sowie Kinder und Jugendliche sollten nicht fasten. Für sie ist das Risiko von Nährstoffmängeln zu groß. Diabetiker, die Medikamente nehmen, sollten dabei mit einem Arzt den Blutzuckerspiegel überwachen, der durch das Fasten gesenkt wird.

Trend-Diät mit Gesundheitsfaktor

Wissenschaftliche Studien belegen: Intervallfasten hilft beim Abnehmen und wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Studien zeigen, dass schon längere Essenspausen wie beim Intervallfasten einen positiven Effekt auf Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin- und Entzündungswerte haben können.

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