Tipps für schöne Beine im Sommer

Sieben einfache Tricks gegen unschöne Schwellungen bei Hitze

Von: Tina Gallach

Unser Körper ist ein kleines Wunderwerk: Im Winter kann er sich selbst wärmen, im Sommer kann er sich dank eines ausgeklügelten Kühlsystems gegen Hitze schützen. Der Schweiß kühlt die Haut durch Verdunstungskälte und regelt so die Gesamttemperatur nach unten. Außerdem weiten sich oberflächliche Blutgefäße, wodurch das Blut langsamer fließt und damit Zeit hat, das Zuviel an Wärme aus dem Körper zu leiten. Der Haken ist nur, dass das Blut in den geweiteten Gefäßen gerne einfach mal nach unten absackt. Bei vielen Frauen bringt das eine unangenehme Begleiterscheinung des Sommers mit sich. Zuerst schwellen die Füße, dann die Beine. Die neuen Sandalen sehen unmöglich aus, den kurzen Rock kann man auch gleich im Schrank lassen.
Die schlechte Nachricht: Ganz abstellen kann man das vermutlich nicht, weil es zum größten Teil Veranlagung ist. Besonders an schwülen Tagen reagiert der Körper noch empfindlicher auf die Wärme als sowieso schon. Die gute Nachricht aber ist: Mit ein paar einfachen Tricks kann man das Problem zumindest so gut in den Griff bekommen, dass der kurze Rock und die Sandalen den Sommer dann doch nicht im Schrank verbringen müssen.

1. Das hilft schon beim Duschen

Die Vorbereitung auf den Tag fängt schon unter der Dusche an. Die oberste Regel lautet natürlich: Morgens nicht zu warm duschen. Um den Kreislauf in Schwung zu bringen, den Regler maximal auf Körpertemperatur stellen. Und dann wird gebürstet. Mit Massagehandschuh oder Naturhaarbürsten wird der Körper kräftig von unten nach oben abgerieben. Mit dem rechten Fuß anfangen und dann langsam nach oben arbeiten. Zuerst die Außenseite, dann die Innenseite des Beins. Danach das linke Bein, den rechten und linken Arm, die obere Brustpartie. Den Bauch spiralförmig im Uhrzeigersinn und zuletzt den Rücken in Längs- und Querstrichen bearbeiten. Aber Achtung: Bei sichtbaren Krampfadern die Beine lieber nicht bürsten. Das kann die Adern verstärken.

2. So wirken Kniegüsse bei Venenstau

Im Fall von Krampfadern, oder bei Venenstau, lieber auf Kniegüsse setzen: Dafür den Duschkopf abschrauben und nur mit dem Schlauch arbeiten. Das Wasser auf die kälteste Stufe stellen, und auch wieder am rechten Fuß beginnen: Den Wasserstrahl an der Außenseite des Beines bis etwa fünf Zentimeter über das Knie nach oben leiten und dort ein paar Sekunden verharren. Dann die Richtung wechseln und an der Innenseite des Beines wieder nach unten strahlen. Danach ist das linke Bein an der Reihe. Jedes Bein wird zwei Mal bearbeitet. Wichtig ist, dass Beine und Füße vorher warm sind. Unabhängig von der durchblutungsfördernden Wirkung sind Kniegüsse übrigens auch eine hervorragende Einschlafhilfe.

3. Klopfen ist gut für den Kreislauf

Wer gerade kein Wasser zur Verfügung hat, im Büro oder im Theater sitzt, kann in einer kurzen Pause auch auf eine leichte Klopfmassage setzen. Das lässt sich selbst in einer engen Toilettenkabine umsetzen. Einfach im Stehen oder im Sitzen den Körper von den Füßen bis zum Kopf abklopfen, den Kopf dabei aber nur sanft mit den Fingern bearbeiten. Für den Rest des Körpers die Hände zu Fäusten ballen und dann sanft auf die Haut klopfen, als würde man sich zaghaft an einer Tür bemerkbar machen wollen. Auch hierbei wieder am rechten Fuß starten und bis zur Hüfte hoch arbeiten. Kurz ausruhen, dann das linke Bein abklopfen. Wieder kurz warten. Nun das Becken, danach sehr vorsichtig Bauch und Brustkorb bearbeiten. Wer beweglich genug ist, kann auch den Rücken abklopfen. Der Kopf kommt zum Schluss. Diese Technik bringt übrigens nicht nur den Kreislauf in Schwung sondern macht auch die Haut schön, weil die Durchblutung angeregt und das Bindegewebe gestrafft wird.

4. Was in der Luft radeln bringt

Wer morgens Zeit hat, kann auch mit einer altbekannten Übung in den Tag starten: mit dem Beinradler. Dazu auf dem Rücken aufs Bett legen, die Beine anwinkeln und die Füße aufstellen. Ein Bein senkrecht nach oben strecken und langsam einbeinig in der Luft Rad fahren. Zuerst 30 Sekunden vorwärts, dann 30 Sekunden rückwärts. Die gleiche Übung mit dem anderen Bein, dann auch mit beiden Beinen wiederholen. Um das Becken abzustützen ein kleines Kissen oder die Hände darunter schieben. Das fördert zusätzlich noch den venösen Rückfluss.

5. Darum sollter man immer mal aufstehen

Wer viel sitzt, zum Beispiel im Büro, in der Uni oder im Auto, sollte für kleine Unterbrechungen sorgen und sich bewegen. Einfach zwischendurch mal aufstehen und auf und ab gehen – beziehungsweise Pausen aktiv nutzen auch wenn man bei Hitze am liebsten faul irgendwo sitzen bleiben würde. Das bringt Ihre Blutzirkulation wieder in Gang und beschert den Lungen ganz nebenbei viel frischen Sauerstoff. Zwischendurch kann man aber auch im Sitzen mit den Füßen wippen, um die Wadenmuskulatur zu beanspruchen. Auch das pumpt das Blut aus den Beinen wieder nach oben. Dazu einfach die Füße auf die Fersen stellen, zu den Zehen wippen und zurück. Mehrmals wiederholen.

6. Genug trinken

Man weiß es, vergisst es aber häufig: Besonders bei Hitze muss man genügend trinken, um die Blutzirkulation in Gang zu halten. Nur eine ausreichende Wasserzufuhr hält das Blut dünnflüssig – ein guter Schutz gegen geschwollene Beine. Ab besten geeignet sind Wasser oder ungesüßte Tees. Softdrinks enthalten zu viel Zucker, der im Körper verdünnt werden muss. Das verbraucht zusätzliches Wasser. Gerade an heißen Tagen oder in klimatisierten Räumen verliert man außerdem viel Wasser über die Haut und die Atemluft.

7. So helfen Wechselbäder

Bei Wechselbädern werden die Beine bis zur Wadenmitte abwechselnd in warmes und in kaltes Wasser gestellt. Das fördert die Durchblutung und verbessern die Funktionsweise der Blutgefäße. Das kalte Wasser hilft außerdem, Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren. DFür die Bäder einfach zwei Eimer mit Wasser füllen: einen kalt, den anderen warm. Dann beide Füße für drei bis vier Minuten zuerst ins warme und dann sofort für ein bis zwei Minuten ins kalte Wasser stellen. Das etwa 15 Minuten lang wiederholen.


Infos zur Kompressionstherapie gibt es hier.

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