Neun Fakten über Spargel

Sie ist endlich wieder eröffnet – die Spargelsaison. Aber wie gut kennen wir eigentlich das beliebteste Frühlingsgemüse?

Von: Zoi Theofilopolus

Vieles wissen wir über das beliebte Stangengemüse schon. Zum Beispiel, wie kalorienarm und gesund es ist. Und natürlich, dass der Urin nach dem Genuss, na ja, sagen wir mal sehr speziell riecht. Doch wieso ist das so?

DARUM MUSS SPAGEL GESCHON WERDEN
Die Spargelernte beginnt meist in der zweiten Aprilhälfte, sie hängt von der Witterung und der Bodentemperatur ab: Je kälter es ist, desto länger braucht Spargel, um zu wachsen. Die Spargelzeit endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag und sogenannten Spargelsilvester. Um sich das besser merken zu können, gibt es eine einfache Bauernregel: „Kirsche rot, Spargel tot“. Spargel-Fans müssen sich jedoch keine Sorgen machen. Die Reife des Steinobstes läutet lediglich die Zeit ein, in der der Spargel geschont werden soll. Die Pflanzen können nämlich mehr als zehn Jahre alt werden. Mit der Schonzeit kann die Pflanze neue Kräfte sammeln, so dass im kommenden Frühjahr wieder prachtvolle Stangen wachsen.

SO FRIERT MAN DIE STANGEN RICHTIG EIN
Die geliebte Spargelzeit ist kurz. Für viele von uns zu kurz. Zum Glück lässt sich der Spargel wunderbar einfrieren. Wenn er dann aus seinem Winterschlaf erwacht, sollte er aber auf direktem Weg im Kochtopf landen. Denn beim Auftauen werden die Stangen weich und matschig. Das heißt: Vor dem Frieren unbedingt schälen und nicht kochen. Bis zu einem halben Jahr hält sich unser Gemüseliebling dann im Gefrierfach.

SPARGEL IN DREI FARBEN
Spargel gibt es in drei Farben: weiß, grün und violett. Es handelt sich dabei jedoch nicht um verschiedene Sorten. Die Farben sind abhängig davon, wie viel Licht der Spargel während seines Wachstums ausgesetzt war. Die vollständig mit Erde bedeckten weißen Stangen verfärben sich durch Sonnenstrahlung zuerst violett, später dann grün.

VORSICHT: GIFTIG!
Es ist kein Gerücht – Spargel ist tatsächlich eine Giftpflanze! Doch nicht die Stange selbst, sondern die roten Beeren des Spargellaubes sind gemeint. Schon fünf bis sieben Stück genügen, um Magenschmerzen und Erbrechen auszulösen. Wer mehr von den Beeren isst, sollte danach unbedingt viel trinken. Die gefährlichen Beeren werden allerdings als gering giftig eingestuft. Trotzdem: lieber die Finger davon lassen! Denn Genuss geht anders.

SCHÄDLICH FÜR DAS GEMÜSE
Es gibt kleine Kreaturen, die nach dem Spargel benannt sind. Zum Beispiel das Spargelhähnchen, was nach einem köstlichen Rezept klingt, doch in Wirklichkeit ein Käfer ist. Daneben existieren unter anderem noch der Zwölfpunkt-Spargelkäfer oder der Großgefleckte Spargelkäfer. Und dann ist da noch eine Fliege, die nach dem Stangengemüse benannt wurde. All die keinen Tierchen sind jedoch alles andere als gut für unser Lieblingsgemüse. Die Schädlinge mögen den Spargel nämlich auch sehr gerne, fressen von ihm und verderben damit die ganze Pflanze.

DER, DIE ODER DAS SPARGEL
Es mag seltsam klingen, doch in vielen deutschsprachigen Räumen werden unterschiedliche Artikel für den Spargel verwendet. In Deutschland und Österreich sagt man in der Regel „der“ Spargel und „die“ Spargel in der Mehrzahl. Dagegen sagen mitunter die Schweizer und Menschen in Süddeutschland „die“ Spargel im Singular und „die Spargeln“ im Plural. „Das“ Spargel hingegen verwendet niemand.

DIESE ALLERGIE GEGEN SPARGEL GIBT ES
Man glaubt es kaum, doch es gibt sie wirklich – die Spargelkrätze. Sie kommt zum Glück nur selten vor. Doch wenn sie auftritt, sieht es für den Betroffenen übel aus. Die Folge sind allergische Reaktionen wie gereizte Haut oder Augen und allergischer Schnupfen, ausgelöst durch das Schälen der rohen Stangen oder Kontakt mit dem Spargelsaft. Sogar Asthmaanfälle sind nicht ausgeschlossen. Doch es kann noch schlimmer kommen: Angst vor Spargel? Ja, die gibt’s! Die Angst vor dem Spargel wird Spargarophobie genannt und ist angeblich gar nicht so selten, wie man vielleicht vermutet.

DARUM STINKT URIN NACH SPARGEL
Wir genießen Spargel, gehen anschließend auf die Toilette und es kommt uns ein beißender Geruch entgegen – schon passiert? Nein? Kein Wunder, denn die Mehrheit kennt das tatsächlich nicht. Spargel enthält Asparaginsäure. Die Schwefel-Verbindung wird im Körper verstoffwechselt und deren Abbauprodukte mit dem Urin ausgeschieden. So entsteht der Geruch. Doch die Mehrheit von uns besitzt das Enzym, das die Asparaginsäure abbaut, nicht. Andere wiederum produzieren zwar die Geruchsstoffe, können sie aber nicht riechen. Glück gehabt! Gleich 15 Minuten nach dem Verzehr beginnt es zu riechen. Was man dagegen machen kann? Nichts. Viel trinken hilft, die Abbauprodukte aus dem Körper zu spülen, doch der Geruch bleibt. Übrigens: Die Substanz, die so bitter riecht, ähnelt den chemischen Verbindungen im gefürchteten Stinktier-Sekret.

MUND-EXPLOSION
Gibt es ein Lebensmittel, das ähnlich schmeckt wie Spargel? Wohl kaum! Kein anderes Gemüse kommt dem Geschmack des Spargels nah. Aus gutem Grund, denn Spargel enthält die perfekte Mischung aus allen fünf Geschmacksrichtungen: süß, sauer, bitter, salzig und umami. Umami als fünfte grundlegende Geschmacksqualität wird übrigens als „fleischig“, „würzig“ oder „wohlschmeckend“ beschrieben. Und so gilt die Spargelstange als Königin der Gemüsesorten.

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