DKMS – Im Kampf gegen Blutkrebs

Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein – auf Flugblättern sieht man sie häufig: Aufrufe zur Stammzellspende.

Von: Max Mühlenweg

Bei vielen Menschen lösen die Worte Stammzell- oder Knochenmarkspende Unwohlsein aus. Denn spenden heißt abgeben – und dann auch noch die eigenen Stammzellen? Das klingt irgendwie nicht gut… Aber: Immer mit der Ruhe! Nach der Spende sorgt der Körper nämlich von selbst schnell wieder für Nachschub an Stammzellen. Das Wichtigste ist darum zunächst einmal die grundsätzliche Bereitschaft zur Spende. Diese Bereitschaft tut nicht weh, kostet nichts und ist völlig ungefährlich.

Wie entsteht Blutkrebs und was sind Stammzellen?

Grob gesagt bildet das Knochenmark im Krankheitsfall zu viele weiße Blutkörperchen, die zudem meist unreif und nicht funktionsfähig sind. Dadurch wird die normale Blutbildung gestört, was zu einem Mangel an gesunden weißen Blutkörperchen, an roten Blutkörperchen und an Blutplättchen führt. So entsteht eine der zahlreichen Formen des Blutkrebses – die Leukämie. Durch diese wird der Körper extrem geschwächt, was je nach Krankheitsverlauf tödlich enden kann. In Fällen, in denen Chemo- oder Strahlentherapien nicht anschlagen, kann das blutbildende System häufig nur noch durch die Spende gesunder Stammzellen wieder auf den richtigen Kurs zurückgebracht werden. Diese unterscheiden sich von regulären Körperzellen dadurch, dass sie sich unbegrenzt vermehren und entwickeln können. So können sie kranke Zellen nach und nach „verdrängen“.

Wieso gerade ich?

Mehr als sieben Millionen Menschen haben sich bereits als Spender registrieren lassen. Doch von circa 14.000 Menschen, die in Deutschland jedes Jahr an einer Form des Blutkrebses erkranken, findet immer noch jeder Zehnte keinen passenden Spender. Denn dazu ist eine Gewebeübereinstimmung von nahezu 100 Prozent zwischen Empfänger und Spender nötig. Die Chance, in der eigenen Familie einen „genetischen Zwilling“ zu finden, ist zwar wesentlich höher. Dennoch: Auch im eigenen Genpool wird nur jeder Dritte fündig, was die Bereitschaft zur Fremdspende noch wichtiger macht.

Wie läuft die Spende ab?

Im Normalfall werden dem Spender die Stammzellen in einem Zeitraum von vier bis acht Stunden aus der Blutbahn entnommen. Eine kleine OP ist nur bei einer Knochenmarkspende nötig. Diese Methode ist jedoch der Ausnahmefall. Die Einnahme eines Medikaments regt vor der Entnahme die Ausschüttung der Stammzellen in den Blutkreislauf an.

Was muss ich tun, um Spender zu werden?

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich über diesen Link direkt bei der DKMS registrieren und bekommt anschließend ein Set zugeschickt, das neben vielen Infos auch das wichtige Wattestäbchen enthält. Detaillierte Erklärungen helfen, es im Mundraum richtig anzuwenden. Anschließend werden alle wichtigen Informationen des Spenders ausgewertet und zu Vergleichszwecken in die Datenbank aufgenommen. Wird man als perfekter Spender für eine der jährlich 3.400 Fremdspendeanfragen ausgewählt, wird nochmal alles überprüft. So wird sichergestellt, dass alle wichtigen Merkmale auch tatsächlich übereinstimmen. Da auch potentielle Lebensretter auf ihr Einkommen achten müssen, bekommen sie den Verdienstausfall im Spendenfall bezahlt. Eine darüber hinausgehende Vergütung gibt es nicht, aber was ist schon mehr wert als einem Menschen die Chance auf ein zweites Leben zu ermöglichen?


VIACTIV Tipp:

Neben Blutkrebs gibt es noch andere Krebs-Arten. Dank Früherkennung und Krebsvorsorge sind die Heilungschancen gut. Die VIACTIV übernimmt die Kosten für regelmäßige Untersuchungen.

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