Bucket List: Wünsch dir was!

Bucket Lists sind To-Do-Listen fürs Leben. Sie helfen zu erfahren, was einem wirklich wichtig ist im Leben.

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Einmal im Leben mit dem Wohnmobil durch Skandinavien fahren, dabei Schweden, Norwegen und Finnland erkunden und das Mittsommerfest erleben. Einmal im Leben auf dem Rücken eines Pferdes am Strand entlang galoppieren, das Wellenrauschen hören und den Wind im Gesicht spüren. Und einmal im Leben eine Nacht in einem Buchladen verbringen, eingeschlossen zwischen spannendem und unterhaltsamem Lesestoff. Wünsche sind etwas Wunderbares. Nur sehen sie bei jedem anders aus. Die Liste der individuellen Lebensträume ist lang. Und weil wir nicht alle Träume wahr werden lassen können, hat sich der Griff nach den ganz großen Wünschen zu einem Sport entwickelt.

Der Gedanke hinter den Bucket Lists

„Bucket Lists“ heißen die Sammlungen, die eine unendliche Anzahl abzuhakender Punkte enthalten können. Es sind To-Do-Listen fürs Leben, die nachts in Kneipen auf Bierdeckel gekritzelt, gemeinsam mit Freunden erstellt oder nach einer schweren Krankheit auf Papier festgehalten werden. Der Gedanke dahinter: Jeder überlegt sich, was er gerne tun möchte, bevor er stirbt. Denn „Kick the bucket“ heißt wörtlich „den Eimer treten“ und bedeutet frei übersetzt so viel wie „den Löffel abgeben“.

Ein Film als Vorbild

Den Löffel abgeben werden auch Jack Nicholson und Morgan Freeman in den Rollen eines Milliardärs und eines Automechanikers im 2007 erschienenen Film „Das Beste kommt zum Schluss“. Beide sind an Krebs erkrankt, beide haben nur noch maximal ein Jahr zu leben. Also beschließen sie, das Beste daraus zu machen. Sie erfüllen sich die Lebensträume auf ihrer „Löffelliste“. Sie springen mit einem Fallschirm ab, besuchen den Taj Mahal und wollen so sehr lachen, bis sie weinen.

Wunschlisten im Internet

Seit diesem Film sind die Bucket Lists beliebt. Immer mehr Menschen veröffentlichen ihre konkreten Lebensziele im Internet, zum Beispiel auf Seiten wie bucketlist.org. „Kein Ziel ist zu groß oder zu klein, um es zu erreichen“, heißt es dort. Etwas mehr als 250.000 angemeldete Menschen wollen sich rund 3.500.000 Wünsche erfüllen. Gleichzeitig motivieren sie sich gegenseitig – und erzählen, ob und wie es geklappt hat. „Der beste Weg zur eigenen Liste ist, sich von anderen Listen inspirieren zu lassen“, meint Motivationscoach Ryan Eller. Deshalb hat er online unter ryaneller.com eine Bucket List zum Abgucken veröffentlicht. Sage und schreibe 281 Lebensträume schlägt er darin seinen Lesern vor. Darunter: die Hochzeit mit der Liebe des Lebens, eine Fährfahrt zur Freiheitsstatue und der Besuch eines Autokinos . Das zeigt: Bucket Lists sind sehr individuell. Jeder Mensch hat andere Prioritäten und Träume.

Je konkreter, desto besser

Auch wenn all diese Wünsche inhaltlich sehr unterschiedlich sind: Alle Bucket Lists haben etwas gemeinsam. Sie helfen uns dabei, unsere Träume und Wünsche ins Bewusstsein zu holen. Sie inspirieren und machen Mut. Unser Leben ist voller Verpflichtungen, sodass wir ohne Liste unsere langfristigen Ziele und Träume schnell aus den Augen verlieren können. Auch Psychologen sagen: Dass wir uns Ziele setzen, sei gut und wichtig. Weil sie uns motivieren, Dinge umzusetzen. Sie raten uns aber gleichzeitig dazu, diese Ziele so konkret wie möglich zu formulieren. Statt „Ich möchte ganz viel reisen“ also lieber „Nächstes Jahr werde ich mit dem Wohnmobil durch Norwegen fahren“ auf den Zettel schreiben. Gut geplant ist fast erledigt. Damit wir einen Wunsch auf unserer Liste abhaken können. Das gibt uns ein wohliges Gefühl des Erfolgs und des Glücks.

Wie wir uns Wünsche erfüllen

Doch wie verwirklichen wir unsere Wünsche am besten? Gabriele Oettingen ist Psychologin und hat das Buch „Die Psychologie des Gelingens“ geschrieben. Darin beschäftigt sie sich damit, wie unsere Träume Wirklichkeit werden. Oettingens Forschung hat gezeigt: „Es bringt uns nicht weiter, wenn wir nur von der Zukunft träumen und uns in unseren Träumen verlieren. Das bloße Träumen hindert uns eher, unsere Träume und Wünsche zu realisieren.“ Sie empfiehlt: „Positiv denken! Halte dich nicht mit den Hindernissen auf, das zieht dich nur runter! Sei optimistisch, konzentriere dich auf das, was du erreichen willst, stelle dir eine glückliche Zukunft vor, in der du aktiv und engagiert lebst.“

Möglichst stressfrei

Wie viele der Vorhaben auf der Bucket List letztendlich umgesetzt werden, spielt keine Rolle – schon das Anfertigen solcher Listen reduziert den Stress. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie, die Psychologen um Michael Scullin von der amerikanischen Baylor University veröffentlicht haben. Vorausgesetzt, man setzt sich nicht unter Druck beim Abarbeiten der Wünsche. Meistens schubst einen das Leben sowieso noch einmal in die eine oder andere Richtung, und es passiert etwas, das man so nicht erwartet hätte. Wenn es dann am Ende nicht die Wohnmobiltour durch Norwegen wird, sondern entlang der deutschen Nordsee, ist das ja auch schön.

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