Beyond Meat – Der fleischfreie Burger-Test

Der vegane Burger aus den USA ist in aller Munde – aber schmeckt Beyond Meat eigentlich? Und ist es gesund?

Von: Lennart Krause

Beyond Meat ist das aktuell heißteste Lebensmittelprodukt auf dem Markt. Der vegane Burger aus den USA ist in deutschen Supermärkten und Discountern regelmäßig ausverkauft. Der Aktienkurs von Beyond Meat ist seit Verkaufsbeginn nach oben geschossen. Aber was soll der Hype um den Fleischersatz aus Erbsenprotein? Das wollte ich herausfinden, weshalb ich mir einen der Burger aus dem Kühlregal gesichert habe.

Der Einkauf

Gar nicht mal leicht, an Beyond-Meat-Burger-Pattys zu gelangen. Aufgrund der hohen Nachfrage ist es Glückssache, beim Discounter eine Packung mit zwei frischen Frikadellen für etwa 5 Euro zu ergattern. Ich hatte kein Glück, weshalb ich im besser sortierten Marken-Supermarkt zugegriffen habe. Hier kosteten die beiden Patties rund 5.50 Euro. Dazu ein wenig Salat, Brötchen, eine rote Zwiebel, Ketchup und etwas Cheddar-Käse, schon habe ich alle Zutaten für meinen Basis-Cheeseburger im Korb. Kostenpunkt: Knapp 12 Euro. Für zwei Burger.

Viele Zusatzstoffe sorgen für Zweifel

Zuhause geht’s dann richtig los mit dem Test. Während ich die Pfanne auf dem Herd langsam heiß werden lassen, schaue ich mir die Verpackung genauer an. Vor allem die Inhaltsstoffe. Was mich doch etwas stutzig macht, denn so manches klingt nicht danach, dass es in meinen Körper gehört. Gut, Trinkwasser, der Hauptbestandteil des Burgers, ist in Ordnung. Was aber Erbsenproteinisolat (18 Prozent Anteil am Gesamtprodukt) genau sein soll – keine Ahnung. Eine kurze Recherche zeigt mir: Offenbar eine Art Erbsenmehl, das auf verschiedene Arten extrahiert wird und bei Veganern und Vegetariern sehr beliebt ist. Ich bin keines von beidem, aber auch kein militanter Fleischesser, daher bin ich einfach mal offen für dieses verarbeitete Naturprodukt. Weniger einladend klingen einige der enthaltenden Stabilisatoren, etwa Gummi Arabicum. Dabei handelt es sich wohl um den harzigen Pflanzensaft einiger in Afrika beheimateten Akazienarten. Lecker. Oder auch nicht. Auch Inhaltsstoffe wie Hefeextrakt (ein bekannter Geschmacksverstärker) lassen mich zweifeln, ob dieser Burger wirklich so viel besser für mich ist, als meine bisherige Version aus Bio-Hack vom Rind.

Der Rohzustand

Die Pfanne ist nun schon ordentlich heiß, weshalb es gleich mit dem Braten losgeht. Vorher aber der Geruchstest. Das Ergebnis: ganz schön neutral. Eigentlich riecht der Burger nach nichts. Was kein schlechtes Zeichen ist. Viele andere vegetarische Alternativen, die ich bisher probiert habe, riechen zu markant und machen es schwer, sich auf den Genuss zu freuen. Beyond Meat ist da anders. Auch wegen der Haptik. Der Burger sieht im Rohzustand einem herkömmlichen Fleischburger ziemlich ähnlich. Beim Anfassen verstärkt sich dieses Gefühl sogar noch. Sehr gut, so kann der Burger Menschen mit Vorurteilen gegenüber Fleischersatzprodukten helfen, über den eigenen Schatten zu springen.

Braten

Die Zubereitung des Burgers macht richtig Spaß. Die Pattys werden in etwas Öl von beiden Seiten in wenigen Minuten knusprig gebraten. Die perfekte Zeit, um währenddessen seinen Burger aus den restlichen Zutaten zusammenzubauen. Kurz bevor ich die Pattys aus der Pfanne nehme, lege ich noch den Käse auf und lassen ihn direkt in der Pfanne schmelzen. Er haftet perfekt am Beyond Meat. Der fertige Burger sieht großartig aus. Also ab zum Probieren.

Der Geschmack

Zugegeben, ich bin vielleicht etwas verfressen, denn ich habe mir in wenigen Minuten gleich beide Burger reingepfiffen. Was ich jetzt bereue! Aber nicht wegen des Geschmacks. Der ist wirklich richtig gut – und kaum bis gar nicht von einem herkömmlichen Rindfleischburger zu unterscheiden. Gleiches gilt für das Mundgefühl. Ich bin mir sicher: Hätte man mir die Augen verbunden und einen Blindtest mit mir gemacht, ich hätte keinen Unterschied feststellen können. Gut gefällt mir, dass der Burger ohne Soja auskommt. Und damit auch ohne den zuweilen pelzigen Geschmack im Mund, den Sojabratlinge hinterlassen können. Kurzum: Der Burger ist klasse und vom Geschmack her eine echte Alternative. Warum ich trotzdem bereue, beide Burger gegessen zu haben, liegt schlicht daran, dass die Dinger wirklich satt machen. Eigentlich aber auch eine gute Eigenschaft. . .

Mit gutem Gewissen genießen?

Trotzdem bin ich nicht vollends vom Beyond-Meat-Burger überzeugt, denn so richtig gesund ist er leider nicht, auch wenn man das aufgrund der Verpackung und der veganen Eigenschaften schnell denkt. So enthält der Burger etwa relativ viel Fett (17 Gramm) und eben auch einige Zusätze, deren langfristige Auswirkungen auf den Körper nur bedingt erforscht sind. Zudem kommen beim Beyond-Meat-Burger keine Bioprodukte zum Einsatz, weshalb der Preis von rund 2,50 Euro pro Burger nicht gerade günstig ist. Auch kein so richtig gutes Gefühl hinterlässt der Fakt, das die PHW-Gruppe, zu der auch Wiesenhof gehört, Vertriebspartner von Beyond Meat in Deutschland ist. Mit dem Kauf stärkt man also ein Unternehmen, das täglich unzählige Tiere tötet. Aber dieses moralische Dilemma muss jeder für sich beantworten. Positiv an dem Burger ist in jedem Fall, dass seine Ökobilanz einem Fleischburger, erst recht, wenn er nicht bio produziert wird, deutlich überlegen ist. Und dass er natürlich auch gute Eigenschaften hat, so enthält der Beyond-Meat-Burger etwa viel Eisen und gar kein Cholesterin. Und 290 Kalorien pro Patty sind auch wirklich in Ordnung.

Fazit

Aufgrund des Geschmacks wird der Beyond-Meat-Burger bestimmt wieder mal auf meinem Teller landen. Eine Alternative für jede Woche ist er aber meiner Meinung nach nicht, dafür ist er schlicht zu teuer, vor allem bei den genannten Nachteilen. Trotzdem kann ich jedem nur empfehlen, den Burger unbedingt mal auszuprobieren. Es lohnt sich, sich sein eigenes Bild zu machen.

VIACTIV Tipp

Mehr Infos zu gesunder Ernährung gibt es hier.

Kommentieren